Das geht ja gar nicht!

erstellt am: 25.12.2020 | Kategorie(n): Allgemein | Schlagwort(e):

“Das geht ja gar nicht!” – Hört man überall, oder? Wann und wie hat sich dieser Satz eingeschlichen in das Repertoire der Standardsätze – und vor allem in die Köpfe? War früher das Motto „unbegrenzte Möglichkeiten“ (wem fallen da noch die USA ein?), so ist heute alles mögliche „alternativlos“.

Jeder hat die Wahrheit gepachtet und weiß wie´s geht – und man schaut in die „alternativen“ Medien, um sich vermeintlich schlau zu machen.  Alternativ war früher mal eine Bezeichnung für etwas Befreiendes, Kreatives, fast hätte ich gesagt Utopisches – oder spinn ich?

„Das geht ja gar nicht!“ ist der Ausdruck der beschränkenden Denkweise im Alltag. (Ich sage nicht beschränkte Denkweise.) Selbst ich bin manchmal versucht, diesen Satz auszusprechen, noch stolpere ich aber darüber. Und horche auf, wenn das jemand sagt. Aber wann fällt es mir nicht mehr auf?

oder?

„Das geht ja gar nicht!“ Wirklich? Muss doch gerade passiert sein. Geht doch! Es geht alles! (Manche Politiker machen es vor). Es wäre nur schön, wenn man sich über die Konsequenzen seiner Gedanken und Handlungen bewusst wäre. Diese Beurteiler und Besserwisser (natürlich auch Innen), Shitstorm-, Hasspostings- und Schimpftiraden-Schreiber und -Sprecher, Menschen die lieber sofort die Polizei anrufen als erstmal mit dem Nachbarn zu sprechen, legen Zeugnis ab … ja, wofür? Schwindende Toleranz? Zerrüttung bürgerlicher Werte? Fehlender Einfluss der Kirche, Sterben der christlichen Religion? Niedergang der Politik? Fragmentierung der Gesellschaft? Fehlentscheidungen klassischer Medien, Macht der sozialen Medien? Einzug der AfD / Vox und anderen Giftmischern ins Parlament? „Insolvenz des Denkens“ schrieb neulich ein Freund (danke, gefällt mir). Was läuft schief? Oder ist das der normale Fortgang der Evolution …

Plötzlich Weihnachten

Ich wollte eigentlich (!) diesen Gedanken vertiefen, aber plötzlich (wie jedes Jahr plötzlich) ist Weihnachten und das Jahr neigt sich dem Ende zu, da kann man keinen Gedanken zu Ende denken, es kommt dauernd was dazwischen. Nur soviel: Wir können uns ja mal vornehmen, sich zu fragen, welcher Beitrag von uns das Zusammenleben verbessern könnte, was wir uns wünschen („was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem andern zu!“ hieß das doch früher), was das Leben lebenswert macht (ohne gleich die ganze Welt retten zu wollen!). Ich merke gerade: ich hätte Prediger werden sollen …

Also, dann lieber ein Zitat:

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“

Voltaire

Angela Merkel glaubt an die Kraft der Aufklärung, sagt die Süddeutsche. Es fällt schwer, nicht vom Glauben abzufallen.

Apropos Glauben. Ich glaube, ich muss meine Kamera kalibrieren. (Keine Ahnung, wie das geht). Links Digikamera, rechts Handy. Wir werden überall verarscht – von der medialen Vermittlung (Kamera) und unserem Gehirn. Also, blau war das Bild auf keinen Fall (behaupte ich).

So kann man natürlich nicht aufhören …

Das Jahr endet mit einem Dank. Danke an ALLE für ALLES, was geholfen hat, das Leben freundlich zu gestalten. Und das war doch eine ganze Menge. Danke an meine Freundinnen und Freunde, ich fühle mich großzügig beschenkt. Danke für geistige Anregungen, Aufgaben, Auseinandersetzungen, die Abwechslung bieten und dafür sorgen, dass der Geist nicht gänzlich einschläft. Danke für Unterstützung und Anerkennung. Und ein stilles Gedenken an die, dies es nicht bis zum Jahresende geschafft haben.

In Erinnerung an schönere Zeiten und in Hoffnung auf ein besseres 2021, alles Liebe!, passt auf euch auf.  

Immer wieder schön.
(Es gibt auch noch eine Version mit bewegtem Bild, aber da ist der Ton sauschlecht. Und man will doch den Text verstehen ;))