Das Neueste

… kennt ihr noch nicht, glaube ich:

Alles Liebe für 2026!

Mehr gabs da wohl nicht zu sagen.

Das Gute (in uns)

Ich weiß, es ist nicht Ostern, sondern (beinahe) Weihnachten. Aber ich fand es so nett,
dass die Eier, die ich geschenkt bekam, Namen haben!

Also: Weihnachten naht, auch wenn von „besinnlich“ keine Rede sein kann.
Und da wird ja alles gut. Feindliche Soldaten singen 1914 an der Front Weihnachtslieder (Briten und Deutsche), bis man die Verbrüderung verbietet (sonst kommt man vors Kriegsgericht. Das will ja keiner).
Das habe ich aus dem Buch, das ich gerade gelesen habe:
Rutger Bregman: Im Grunde gut. Eine neue Geschichte der Menschheit.
rororo 20. Auflage 2024. ©Rowohlt HH, 2020, NL 2019.  433 Seiten (ohne Anhang).

Es ist ja immer der „andere“, der schlecht ist. Der dümmer ist, schlechter Auto fährt usw.
Wir selbst sind ja die Netten! Zitat:
„Immer wieder gehen wir vom Egoismus des anderen aus. Wir nehmen an, dass andere eher faul als müde sind, es sei denn, eine Belohnung winkt. Eine kürzlich durchgeführte britische Studie ergab, dass sich die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung (74 Prozent) eher mit Werten wie Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit als mit Geld, Status und Macht identifiziert. Aber die Forscher fanden auch heraus, dass der größte Anteil – 78 % – der Meinung ist, dass andere egoistischer sind, als es in Wirklichkeit der Fall ist.“

Er denkt sich die Sachen nicht aus (wie KI), sondern belegt alles mit entsprechenden Studien
und Quellen. Man lernt aus der Geschichte und bekommt Beispiele, wie man es besser machen könnte.
Seine Diagnose der Demokratie (ich glaube, das Buch ist vor Covid geschrieben worden):
„Weltweit werden unsere Demokratien von mindestens sieben Plagen heimgesucht. Parteien, die zerbröckeln. Bürger, die einander nicht vertrauen. Minderheiten, die ausgegrenzt werden. Wähler, die ihr Interesse verlieren. Politiker, die sich als korrupt erweisen. Reiche, die ihre Steuern hinterziehen. Und hinzu kommt das Bewusstsein, dass die heutige Demokratie mit einer tiefverwurzelten Ungleichheit einhergeht.“

Er nennt Beispiele für gemeinschaftliche Projekte und den „Bürgerhaushalt“, wo die Bürger selbstverantwortlich ein Budget verwalten, usw. Leider werden häufig solche „Commons“
zunichte gemacht:
„Heutzutage sind es vor allem internationale Konzerne, die allerhand Commons schlucken, von Wasserquellen bis hin zu lebensrettenden Medikamenten, von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen bis hin zu den Liedern, die wir zusammen singen. (So lagen die Rechte des Hits „Happy Birthday“ aus dem 19. Jh bis 2015 in den Händen der Warner Music Group, was dem Unternehmen Millionen und Abermillionen eingebracht hat).“

Ein Gedanke ist auch folgendes Zitat wert:
„Wenn man heutzutage eine Zuwendung beantragt, muss man oft beweisen, dass man ausreichend krank, behindert oder depressiv ist. Erst wenn man auf Dutzenden von Formularen nachgewiesen hat, dass man tatsächlich ein hoffnungsloser Fall ist, bekommt man ein wenig Geld.
Ein solches System macht Menschen trübsinnig und lustlos.“

Ist auf jeden Fall mal ein Ansatz, über den man nachdenken kann. Er spricht auch viel von der
self-fulfilling-prophecy und dem Nocebo-Effekt. Was man sich vornimmt, hat größere Chancen,
realisiert zu werden. Da wäre es doch besser, sich was Gutes vorzunehmen und „Wenn man Mitarbeiter behandelt, als wären sie verantwortungsbewusst und zuverlässig, dann sind sie es auch.“ Sagt er.

So, in diesem Sinne: eine gute Adventszeit!

https://youtu.be/SdgpUfbyUFA. (nach der Werbung)


Epistemische Faulheit.

Schöner Ausdruck, epistemische Faulheit.
Beschreibt (laut Wiener Zeitung vom 13.8.25: „Wie KI uns denkfaul macht“ von Eva Stanzl) die „Tendenz, Wissen nicht mehr selbst zu erarbeiten, sondern vorgefertigte Infos passiv zu übernehmen.“ Selber denken strengt an. Und ist negativ besetzt.

Aus dem gleichen Artikel: „Unsere Gespräche, unsere politischen Debatten und sogar unser Gefühlsleben werden subtil, aber tiefgreifend umgestaltet“, schreibt Hohenstein in einem Fachartikel. „KI- gesteuerte Plattformen, die auf großen Sprachmodellen und algorithmischen Filtern basieren, bringen den Menschen auf subtile Weise bei, wie Maschinen zu sprechen und zu denken – effizient, klar und emotionslos“.

Die „El País“ vom 19.20.25 widmete in IDEAS ebenfalls einen Artikel dem Thema KI und Sprache. Überschrift: Ya empezamos a hablar como robots. Übersetzt: Wir fangen schon an wie Roboter zu sprechen. (Ohne Übersetzungsmaschine übersetzt, haha). Unter anderem geht man dort der Frage nach, woran man KI-generierte Texte erkennt. Beispielsweise gibt es bestimmte Wörter, die häufig vorkommen, die im üblichen Sprachgebrauch selten verwendet werden. Außerdem gäbe es kaum Zeichensetzung. Oftmals taucht das Gerundium auf, weil aus dem Englischen übersetzt wird. Ständige Wiederholungen. Eigener, persönlicher Stil? Fehlanzeige. Es werde alles auf ein Durchschnittsniveau nivelliert. Humor? Empathie? Kreativität? Wo bleibt das? Naja, und so weiter.

Es wird auf jeden Fall spannend. Die Frage ist, ob wir (weil sich ja viele nicht mehr von Angesicht zu Angesicht unterhalten, sondern messages schicken) bald auch so sprechen wie die KI schreibt? Ich weiß noch, als es hieß, die komischen Abkürzungen bei den SMS (wer erinnert sich noch?) würde die Kinder verderben, die dann nicht mehr korrekt schreiben lernen würden. Was ist eigentlich daraus geworden?

Sprache und Denken. Ein spannendes Thema. Kann man vertiefen.

Sprache und Blödheiten:
https://www.youtube.com/watch?v=Me6SuDE9ons
Meine Lieblingssendung im Radio. Auch auf Youtube. Allerdings auf Spanisch.

Erklärung zum Foto oben rechts: Aufgenommen am 27.9.25. in der Jesuitenkirche beim Fest für Bodo Hell. War ein sehr berührendes Ereignis. Und ich in der Kirche!

Noch ein Spruch gefällig?
„Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“ Pablo Picasso
oder zwei?
„Geduld ist Kraft in der höchsten Potenz.“ Gertrud von le Fort

Stürmische Zeiten

Sturm. Erstmal trinken. Prosit. Für Hunde gibt´s was anderes …

Ihr dürft raten, wo ich war. Wie immer, sehr beeindruckend: Julius von Bismarck. „Normale Katastrophe“.
Dringende Empfehlung. Im Kunsthaus, wie man an der Linie sieht.

Der liebe Mo hat mich drauf gebracht. Was für Österreicher:innen und solche, die´s werden wollen.

Haltung zum Geld

Anfang einer Serie „Haltung zum Geld“. Mehr ist dazu erstmal nicht zu sagen.

Blühende Phantasie?

Die Welt ohne uns.

Noch ein „zugelaufenes“ Buch.
Alain Weisman: Die Welt ohne uns.
Reise über eine unbevölkerte Erde.
Piper TB 2. Auflage Januar 2023. Das Original ist von 2007!

Obwohl dieses Buch bereits 2007 geschrieben wurde, also lange vor der Pandemie und dem jetzigen geopolitischen Wahnsinn, ist es aktueller denn je (vielleicht wurde es deshalb wieder aufgelegt). Es ist KEIN Science-fiction, keine Spinnerei, keine Dystopie. Weisman malt die Welt ohne Menschheit, heißt: macht das Gedankenexperiment, was passieren würde, wenn von heute auf morgen wir Menschen verschwinden würden. Und zwar auf Basis wissenschaftlicher Studien und mit viel Humor. Er beschreibt das super-spannend, gut gegliedert in Themen und mit Bezug auf ganz konkrete Beispiele. Also: Wie lange würde ein Haus brauchen, um zu zerfallen, wenn niemand drin wohnt? Etwa auf New York ausgelegt … was würde mit den Städten passieren? Mit den Wäldern? Mit den Atomfässern? Würde sich die Natur die Welt zurückerobern?
Spannende Fragen und lehrreiche Antworten.
Und das Gute: Er behauptet nicht, dass es SO sein muss und hebt keinen Zeigefinger …

Außerdem lernt man dauernd was.
Beispiel: „Puszcza ist ein altes polnisches Wort, das „Wildnis“ oder „Urwald“ bedeutet. Zu beiden Seiten dieser polnisch-weißrussischen Grenze gelegen, enthält dieses 1500 Quadratkilometer umfassende Gebiet den letzten intakten Flachlandurwald Europas.“

Noch ein Trostwort zum Schluss? Besser zwei. Wie immer aus:
Psychotherapie: „Seien Sie glücklich, und enttäuschen Sie Ihre Eltern“ | ZEITmagazin
„Perfektion ist kein Maßstab. Perfekt ist eigentlich tot.“
„Seien Sie häufiger mal unvernünftig!“

    Es ist nicht alles a …

    Naja, natürlich kann man schlechte Laune mit sich herumtragen. Verständlich.
    Kommentar aus der ZEIT
    (Psychotherapie: „Seien Sie glücklich, und enttäuschen Sie Ihre Eltern“ | ZEITmagazin):
    Einfach mal sein lassen.
    oder
    Es wird nie wieder gut und das muss es auch nicht.

    Was soll man sagen …

    Ich hatte jetzt ein bisschen Zeit zum Lesen. Leider auch die Zeitungen. Kardinalfehler.

    Die Bücher waren okay, aber keines hat mich vom Hocker gehauen. (Wolf Haas, Wackelkontakt, okay; Hape Kerkeling, Gebt mir etwas Zeit, nagut; Martin Suter, Allmen und die Erotik, nett; Mieze Medusa, Was über Frauen geredet wird, eh schon wissen.) Aber ein Buch hat mich dann doch begeistert. Inhaltlich, formal und sprachlich: Jenny Offill, „Amt für Mutmaßungen“, Roman, 161 luftige Seiten (aus dem Englischen von Melanie Walz), Penguin Verlag, 1. Auflage 2017, Deutsche Verlagsanstalt Mchn. © 2014

    Und ich habe keine Ahnung, wie dieses Buch zu mir gefunden hat. Ich hatte es plötzlich in der Hand (war am Entrümpeln). Es handelt einfach vom Leben. Von Beziehungen. Von Sichtweisen. Von Menschen. Der Plot ist nicht so wichtig … Hat mich ein wenig an Annie Ernaux erinnert. Genau beobachtet, nicht geradlinig erzählt, erzeugt mit wenigen Worten dichte Stimmungen. Und hat Witz.

    Auf Seite 14 findet sich folgender Absatz:
    „Ich hatte beschlossen, nie zu heiraten. Stattdessen wollte ich ein Kunstegomane werden. Frauen werden so etwas fast nie, weil solche Ungeheuer sich nur mit Kunst beschäftigen und nicht mit Alltagsdingen. Nabokov hat nicht einmal seinen Regenschirm zugemacht. Vera hat für ihn die Briefmarken geleckt.“

    Anmerkung: Ob das geklappt hat mit dem Kunstegomanen müsst ihr selbst herausfinden.

    Was besteht denn noch in unserer Zeit?

    Ich komme mir idiotisch vor, irgendwelche Lallergeschichten ins Netz zu stellen, während ganze Landstriche entvölkert werden und den Menschen rundherum Bomben auf den Kopf fallen. Aber was soll ich tun? Kleinklein vor mich hindenken.

    Hier eine Kostprobe:

    BELLO

    Als Kind, so mit 3, 4, hatte ich eine „blühende Phanstasie“ – wie man so schön sagt.
    Und einen Hund. Der Hund hieß Bello, was wohl weniger auf den Namen „der Schönling“ hindeutete als vielmehr dem Geräusch geschuldet war, das Hunde für gewöhnlich von sich geben. Bello bellte aber nicht, er war eher still – im Gegensatz zu mir, die ich ständig auf ihn einredete, ihm Kommandos gab oder Geschichten erzählte, die er mit stoischem Schweigen quittierte. Er folgte mir auf Schritt und Tritt an seinem Band, ab und zu quietschte er oder hüpfte auf und ab.

    Bello begleitete mich durch meine kleine Welt, in der die Blumen blühten und die Karotten aus dem Boden lugten. Unser Garten. Alles ohne die Gefahr, dass Bello eine Katze anknurrte, seinen Weg markierte oder gar sein „Geschäft“ hinterließ. Er war gut erzogen. Wir verbrachten Stunden um Stunden im Freien, wanderten vom Gemüsebeet zum Rasen, von einem Blümchen zum nächsten, zum Obstbaum und zurück. Ein Paradies.

    Wenn ich Appetit bekam, zog ich eine Karotte aus der Erde oder steckte mir ein paar Erbsen in den Mund. Alles bio. Automatisch. Bello aß nichts.

    Ich hatte alles, was ich brauchte, um glücklich zu sein. Frische Luft, Auslauf, Essen, Pflanzen und ein Tier. Ich passte auf Bello auf so gut ich konnte. Er schien sehr flexibel und robust, machte alles mit, hatte aber auch seine empfindliche Seite. Eine falsche Bewegung – und Bello war nicht mehr. Bello war ein Luftballon.

    Es ist zum Wegrennen. War es früher wohl auch schon …

    Schwierig

    Schwierig, so zu schreiben. Geduld!

    Der Daumen muss sich erholen.

    Was zum Aufmuntern.